black metal experimental krautrock occult rock, Paris, France

released February 5, 2016

https://www.facebook.com/aluktodoloofficial

Aluk Todolo zaubert frankophile Schwierigkeiten en masse aus ihrer schwarzen Wundertüte. Namensgebung, Bandsymbol und Schriftzug, Artwork und natürlich die musikalische Seite, liefern nie offensichtliche Antworten. Interrogativsätze befeuern den Verstand, verhindern aber das tiefe Eintauchen in diese französische Welt der Ungewissheit. Die dabei provozierte Hängepartie zwischen Geheimniskrämerei und Mysterium, wirkt nie wirklich gewöhnlich, aber immer herausfordernd und stets hoch innovativ.
Ihr Name in Spiegelschrift, verursacht bei einschlägigen Textprogrammen Schwindelanfälle. Schwarzweiße Cover einer abgetrennten mumifizierten Hand, ein monolithischer Berg im Nebel oder das geographische Labyrinth der neuen Platte Voix, verwirren die Augen mit ihrer gewollten Unschlüssigkeit. Auch phonetisch verlangen die Pariser den Ohren einiges ab. Denn ihre Kunst ist weder Kurzware, noch alltagstauglicher und eingängiger Hit aus den Mainstream verseuchten Charts. Wer unter einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leidet, kann aber gleich die Finger von Aluk Todolo lassen, da ein erheblicher Konzentrationsbedarf von Nöten ist, um sich durch ihre schweren Rätselhaftigkeiten zu bohren.
Dem akustischen Kind einen Namen zu geben, ist daher auch eher meterhohe Hürde als juveniler Gummitwist. Per se ist das am ehesten Occult Rock, der auch der vorletzten Veröffentlichung, von 2012, ihren Namen gegeben hat. Mit Black Metal, Doom, Psychedelic, Drone und sogar Krautrock unterfüttert, experimentieren sich die Franzosen in eine eigene kleine, aber trotzdem hochklassige Nische der Rock und Metal Welt. Der allgemeinen Gerechtigkeit Genüge tuend, wird kein stilistisches Element bevorzugt, sondern dem höchst eigenständigen Ganzen unterworfen.
Obsessive rhythmische Vertracktheit, disharmonische Gitarren, vibrierenden Bässe und eigenwilligste Improvisationen, generieren bizarre Momente von hypnotischer Spiritualität, Trance und musikalischer Schönheit. Trotz der unzähligen unorthodoxen Wendungen und des vollen Klangbildes, verrennt sich Aluk Todolo nichtsdestotrotz in einem wohlwollenden Minimalismus. Dazu trägt auch der absolute Verzicht auf Gesang bei, der mehr Störfeuer heraufbeschwören würde, als zuträglich zu agieren. Selbstironie zeigen sie mit Voix auch auf, was im Deutschen soviel wie Stimme bedeutet.
Der Kargheit die Krone aufsetzend, haben sie die Titel ihres neusten Ergusses, nach der Länge der Songs benannt. Die höchst abstrakte Gefahrenlage, zwischen anziehender Bedrohlichkeit, kalkulierter Willkür und ausufernder Verstörtheit, fesselt mit ihrem unklassifizierbarem Dadaismus und berauscht das Bewusstsein, um den banalen Wirklichkeitssinn kolossal zu vernebeln.
Auch wenn Frankreich auf unserem Heimatplaneten liegt, Aluk Todolo sind definitiv nicht von dieser Welt. Endlich, die düstere französische Glühbirne leuchtet wieder!!!

review by Henn O)))

metal occult doom blackened sludge France

released October 15, 2015

http://www.metal-archives.com/bands/Cult_of_Occult

Seit Cult of Occult ihr sludgiges Unwesen treiben, also seit 2011, bin ich diesem französischen Vierer zugetan. Nun haben sie mit ihrem dritten Album “Five Degrees Of Insanity” erneut ihre hasserfüllten, misanthropischen Botschaften über die Menscheit ausgeschüttet, jedenfalls über den relativ kleinenTeil der Menschheit, der gerne bereit ist sich von tonnenschweren Riffs zerquetschen und von zähflüssiger Langsamkeit terrorisieren zu lassen – also auch über mich. Erwartungsfroh lasse ich die neuen Klänge an meine Ohren dringen.

Amplifiergedröhne, als würde eine monströse Hassmaschine in Gang gesetzt, brummt aus meinen Lautsprecherboxen. Eine Hassmaschine, die sich dann nach etwa anderthalb Minuten schwerfällig stampfend fortbewegt, alles und jeden – mich natürlich auch – unter sich niederwalzt und dabei eine zähflüssige, klebrig-schleimige Masse ausbreitet und alles einhüllt und gefangen hält – mich natürlich auch. So bin ich also dann den gnadenlos schweren Riffs, die sich teils in quälender Langsamkeit und repetitiver Monotonie durch ein Meer aus Feedback und Distortion fräsen, hilflos ausgeliefert und ebenso den, im besten Sinne, fiesen Vocals, die das Elend dieser Welt auskotzen – Ekel, Verachtung, Schmerz, Hass – alles drin.

Cult of Occult rühren viel Black Metal, Drone und psychedelische Elemete mit in die dicke Sludge/Doom-Suppe und lassen eine beängstigende Mischung aus bedrohlich brütender und hysterisch psychotischer Atmosphäre entstehen, die sich innerhalb der relativ langen Songs (zwischen 10 und 17 Minuten) sorgfältig aufbauen und entfalten kann. Insgesamt fühlt sich jeder Song jeweils etwa einen Grad psychotischer und intensiver an als sein Vorgänger, insofern macht das Album seinem Titel alle Ehre.

“Five Degrees Of Insanity” donnert gleichzeitig effektiv und direkt in die Fresse, fräst sich unaufhaltsam ins Hirn und kriecht hinterhältig unter die Haut. All das zusammen übt eine hypnotische Anziehungskraft aus, der ich mich nur schwer entziehen kann. Aber warum sollte ich das auch tun wollen?

Review by Ulla, The Wicked Lady