Kreuzberger formieren sich gegen Fastfood-Restaurant

Gabriele Tamm* lebt seit 40 Jahren in Kreuzberg. Sie lebt hier gerne, obwohl an ihrem Haus der Verkehr der belebten Skalitzer Straße vorbeibraust und im Drei Minuten-Takt die Züge der U-Bahnlinie 1 vorbeirumpeln. Nur nach hinten raus hatten sie und ihr Mann bislang Ruhe. Vor kurzem bekamen sie nun ein Angebot besonderer Art: Ob sie nicht vielleicht Lust hätten, irgendwo im Grünen zu wohnen. Oder man könnte auch die Miete ganz übernehmen.

Die Offerte kam von der Restaurantkette McDonalds. Denn in direkter Nachbarschaft von Gabriele Tamm soll eine Filiale der Fastfoodkette entstehen, die erste in Kreuzberg. Mit Platz für 100 Gäste und einem Mc Drive. Und der würde direkt unterhalb des Schlafzimmers von Ehepaar Tamm vorbeiführen. “Da werden dann die Leute ununterbrochen ihre Bestellungen aufgeben, die Mikrophone ständig in Betrieb sein. Dann haben wir keine Lebenqualität mehr”, befürchtet Tamm. Und dass neben dem Lärm Autoabgase und Küchengerüche schwadenweise in ihre Wohnung ziehen. Aber ausziehen kommt für sie nicht in Frage: “Wir haben ne schöne Wohnung, wir haben uns die schön eingerichtet, und ich lebe hier in Kreuzberg sehr gerne.” Auch andere Angebote der Burgerkette stießen bei ihnen auf Ablehnung: “Wir hatten auch schon mehrere Einladungen zum Essen bei denen, aber wir essen nunmal kein Fastfood.”

mehr im Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Berlin-McDonalds-Restaurant-Kreuzberg;art114,1856640

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